Analogisches Denken ist ein kognitiver Prozess, bei dem Wissen aus einem bekannten Bereich (der Quelldomäne) genutzt wird, um Probleme in einem neuen, unbekannten Bereich (der Zieldomäne) zu lösen. Es basiert auf der Erkennung von Ähnlichkeiten zwischen den beiden Bereichen. Dieser Begriff wurde nicht von einer einzelnen Person zu einem bestimmten Zeitpunkt geprägt. Er entstand aus der Forschung zur menschlichen Kognition und Problemlösung.
Deduktives Denken ist ein logischer Prozess, bei dem spezifische Schlussfolgerungen aus allgemeinen Aussagen oder Prämissen abgeleitet werden. Es basiert auf der Idee, dass, wenn die vorausgesetzten Prämissen wahr sind, die daraus resultierenden Schlussfolgerungen auch wahr sein müssen. Dieses Konzept hat seine Wurzeln in der antiken Philosophie, insbesondere in den Arbeiten von Aristoteles, der im 4. Jahrhundert v. Chr. lebte und als einer der ersten Denker gilt, der die Regeln der Logik systematisierte.
Der Dunning-Kruger-Effekt wurde von den US-Psychologen David Dunning und Justin Kruger im Jahr 1999 eingeführt. Die beiden Wissenschaftler führten eine Studie an der Cornell Universität in New York durch, in der sie Studenten baten, ihre geistigen Kompetenzen einzuschätzen. Die Ergebnisse zeigten, dass schlecht performende Studenten dazu neigten, ihre Fähigkeiten zu überschätzen, während besser performende Studenten eher dazu neigten, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen. Die Studie legte nahe, dass Unwissenheit häufig zu mehr Selbstvertrauen führt als Kompetenz, und dass der Dunning-Kruger-Effekt auch bei Halbwissen auftreten kann.
Der Begriff "Far Transfer" bezieht sich auf die Anwendung von Wissen oder Fähigkeiten, die in einem Kontext gelernt wurden, auf einen völlig anderen Kontext, der nur wenig Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Lernumfeld aufweist. Der Ausdruck "Transfer" stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert, aber das Konzept des "Far Transfer" wurde besonders im Kontext der Bildungsforschung und der kognitiven Psychologie erforscht und diskutiert.
Der Generierungseffekt ist ein psychologisches Phänomen, das erstmals von dem Psychologen Robert A. Bjork in den 1970er Jahren beschrieben wurde. Dieser Effekt tritt auf, wenn Informationen besser erinnert werden, wenn sie aktiv aus dem Gedächtnis generiert werden, anstatt passiv empfangen zu werden.
Der Golem-Effekt ist ein psychologisches Phänomen, das besonders im Bereich der Sozialpsychologie und Organisationspsychologie erforscht wird. Er bezeichnet die Tendenz, dass niedrige Erwartungen an eine Person zu einer Verschlechterung ihrer Leistung führen können. Dieser Begriff ist eng mit dem Pygmalion-Effekt verknüpft, der das Gegenteil beschreibt – eine Leistungssteigerung aufgrund hoher Erwartungen.
Das Hochstapler-Syndrom, auch bekannt als Impostor-Syndrom, wurde von den Psychologinnen Dr. Pauline Rose Clance und Suzanne Imes in den späten 1970er Jahren geprägt. Dieser Begriff entstand nach der Beratung von hochqualifizierten Professoren, Verwaltungsangestellten und Studenten, die äußerst besorgt waren, als Betrüger entlarvt zu werden.
Die „Illusion der Erklärtiefe“ (englisch: Illusion of Explanatory Depth, IOED) ist ein psychologisches Phänomen, das beschreibt, wie Menschen oft überschätzen, wie gut sie komplexe Konzepte verstehen. Dieser Begriff wurde von Leonid Rozenblit und Frank Keil im Jahr 2002 durch ihre Forschungsarbeit geprägt.
Wir ziehen ständig Schlussfolgerungen. Wir beobachten etwas, suchen nach Mustern und versuchen, daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten. Dabei gibt es drei grundlegende Denkformen: induktives, deduktives und abduktives Denken. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wo wir mit unserem Denken beginnen und wohin wir gelangen.
Das Konzept der wünschenswerten Schwierigkeiten wurde von den Psychologen Robert A. Bjork und Elizabeth Ligon Bjork geprägt. Die Idee wurde besonders in den 1990er Jahren durch ihre Forschungsarbeiten bekannt.
Kritisches Denken ist ein zentraler Begriff in der Psychologie und Philosophie, der die Fähigkeit beschreibt, Informationen objektiv zu analysieren und zu bewerten, um ein begründetes Urteil zu bilden. Der Begriff wurde nicht von einer einzelnen Person geprägt oder zu einem bestimmten Zeitpunkt eingeführt. Stattdessen entwickelte er sich über Jahrhunderte hinweg und wurde durch Arbeiten von Philosophen wie Sokrates, Plato und Aristoteles beeinflusst. Im 20. Jahrhundert trugen Denker wie John Dewey zur Entwicklung des Konzepts bei, indem sie die Bedeutung des reflektierenden Denkens in der Erziehung betonten.
Myelin ist eine wesentliche Komponente des Nervensystems, die die Effizienz der Signalübertragung zwischen Nervenzellen sicherstellt. Seine Bedeutung in der Neurologie erstreckt sich auf die Erforschung von Erkrankungen und die Entwicklung von Therapien zur Verbesserung der neurologischen Gesundheit.
Neuroplastizität ist ein zentraler Begriff in der Neurologie und bezieht sich auf die Fähigkeit des Gehirns, sich im Laufe des Lebens zu verändern und anzupassen. Der Begriff entstand im 20. Jahrhundert, wobei der genaue Urheber und das genaue Datum nicht eindeutig festgelegt sind. Ursprünglich glaubte man, dass das Gehirn nach einer bestimmten Entwicklungsphase im Kindesalter eine feste Struktur hat. Aber Forschungen haben gezeigt, dass das Gehirn auch im Erwachsenenalter veränderbar bleibt.
Der Pygmalion-Effekt ist ein Begriff aus der Psychologie, der beschreibt, wie positive Erwartungen die Leistung einer Person verbessern können. Dieses Phänomen wurde zuerst von Robert Rosenthal und Lenore Jacobson in den 1960er Jahren untersucht und benannt. Der Name stammt von der griechischen Mythologie, in der Pygmalion, ein Bildhauer, sich in eine von ihm geschaffene Statue verliebt, die zum Leben erweckt wird.
Spaced Repetition ist eine Lerntechnik, die auf dem Prinzip des „Spacing-Effekts” basiert. Dieses Prinzip besagt, dass das Gedächtnis verbessert wird, wenn Lernmaterial über die Zeit verteilt anstatt auf einmal bearbeitet wird. Die Idee dahinter ist, dass das Gehirn Informationen besser verarbeitet und speichert, wenn sie in zunehmend größeren Abständen wiederholt werden.
Der Spacing-Effekt, auch bekannt als Verteilungseffekt, beschreibt das Phänomen, dass Lernen über die Zeit verteilt effektiver ist als Lernen in einer kompakten, massierten Sitzung. Dieser Effekt wurde erstmals im späten 19. Jahrhundert vom Psychologen Hermann Ebbinghaus dokumentiert.
Der Verblassungseffekt, auch bekannt als „Fading“, ist ein Begriff aus der pädagogischen Psychologie, der eine schrittweise Verringerung der Unterstützung während des Lernprozesses beschreibt. Der Begriff wurde nicht von einer einzelnen Person geprägt und ist nicht an ein spezifisches Datum gebunden. Stattdessen entwickelte sich das Konzept aus der Forschung zum schrittweisen Lernen und zur Instruktion.
Der Begriff „Verschachteltes Lernen“ (auf Englisch „Interleaved Practice“ oder „Interleaving“) beschreibt eine Lernstrategie, bei der verschiedene Themen oder Fähigkeiten in einer Lernsitzung gemischt werden, anstatt sie einzeln nacheinander zu üben. Dieser Ansatz steht im Gegensatz zum blockierten Lernen, wo ein einzelnes Thema oder eine Fähigkeit intensiv geübt wird, bevor zum nächsten übergegangen wird.