Verschachteltes Lernen (Interleaved Practice)
Der Begriff "Verschachteltes Lernen" (auf Englisch "Interleaved Practice" oder "Interleaving") beschreibt eine Lernstrategie, bei der verschiedene Themen oder Fähigkeiten in einer Lernsitzung gemischt werden, anstatt sie einzeln nacheinander zu üben. Dieser Ansatz steht im Gegensatz zum blockierten Lernen, wo ein einzelnes Thema oder eine Fähigkeit intensiv geübt wird, bevor zum nächsten übergegangen wird.
Der spezifische Begriff "Verschachteltes Lernen" wurde nicht von einer einzelnen Person geprägt und hat keinen einzigen Ursprung. Stattdessen hat sich das Konzept aus der Forschung zur Lerntheorie und kognitiven Psychologie allmählich entwickelt. Es baut auf Erkenntnissen auf, die bereits von Psychologen wie Ebbinghaus erarbeitet wurden, und hat in neueren Studien weiter an Bedeutung gewonnen.
In Studien zum verschachtelten Lernen wurde beispielsweise beobachtet, dass Studierende, die Mathematikaufgaben in einer verschachtelten Reihenfolge übten, langfristig bessere Leistungen zeigten als diejenigen, die die Aufgaben in einem blockierten Format übten. Ein solches Experiment könnte Aufgaben aus verschiedenen Bereichen der Mathematik wie Algebra, Geometrie und Trigonometrie in einer einzigen Lernsession mischen, anstatt jede Kategorie separat zu üben.
Die Forschung zeigt, dass verschachteltes Lernen die Unterscheidungsfähigkeit verbessert und dazu beiträgt, das Gelernte besser auf neue Situationen anwenden zu können. Es fördert die Fähigkeit des Gehirns, Konzepte zu vergleichen und zu kontrastieren, was zu tieferem Verständnis führt.
Verschachteltes Lernen wird heute in vielen Bildungsbereichen angewandt, um das Verständnis und die Anwendung von Wissen zu verbessern. Es wird in Lehrplänen, Lehrbüchern und digitalen Lernprogrammen eingesetzt, um effektiveres und dauerhafteres Lernen zu fördern.