Konzept der wünschenswerten Schwierigkeiten
Das Konzept der wünschenswerten Schwierigkeiten wurde von den Psychologen Robert A. Bjork und Elizabeth Ligon Bjork geprägt. Die Idee wurde besonders in den 1990er Jahren durch ihre Forschungsarbeiten bekannt.
Wünschenswerte Schwierigkeiten beziehen sich auf Lernbedingungen, die zu einer anfänglichen Verlangsamung des Lernprozesses führen, jedoch langfristig zu einem besseren Verständnis und einer besseren Erinnerung des Gelernten führen. Der Kontext, in dem dieses Konzept entstand, ist die Lernpsychologie und die Erforschung effektiver Lehrmethoden.
Studien und Experimente zu wünschenswerten Schwierigkeiten umfassen verschiedene Praktiken wie verteiltes Lernen (das Spreizen von Lernsitzungen über die Zeit), variierende Lernbedingungen (das Wechseln der Umgebung oder der Art der Aufgaben) und das Testen (das regelmäßige Überprüfen des Wissens, anstatt nur zu lernen). Diese Methoden stehen im Gegensatz zu solchen, die kurzfristig das Gefühl von Flüssigkeit und Leichtigkeit im Lernprozess erzeugen, aber nicht unbedingt eine tiefe Verarbeitung und langfristige Behaltensleistung fördern.
Ein Schlüsselexperiment, das die wünschenswerten Schwierigkeiten illustriert, ist das Vergessen und erneute Lernen von Informationen. Bjork und Bjork zeigten, dass das erneute Lernen nach dem teilweisen Vergessen schwieriger ist, aber zu einer besseren langfristigen Erinnerung führt.
Das Konzept der wünschenswerten Schwierigkeiten hat weitreichende Implikationen für das Design von Bildungscurricula und die Entwicklung von Strategien für das selbstgesteuerte Lernen. Es betont die Bedeutung von Herausforderungen im Lernprozess und hilft zu verstehen, wie Lernende Informationen effektiv verarbeiten können.