Status Quo Bias
Status Quo Bias, auf Deutsch oft als „Status-quo-Verzerrung“ bezeichnet, ist ein Begriff aus der Verhaltensökonomie und Psychologie. Dieser beschreibt die Tendenz von Menschen, den gegenwärtigen Zustand beizubehalten oder bevorzugen, selbst wenn objektiv bessere Optionen verfügbar sind. Der Begriff wurde von William Samuelson und Richard Zeckhauser in ihrem 1988 veröffentlichten Artikel geprägt.
Die Forschung von Samuelson und Zeckhauser fand im Kontext der Entscheidungsfindung statt. Sie untersuchten, wie Menschen Entscheidungen treffen, wenn sie zwischen verschiedenen Optionen wählen müssen, darunter die Beibehaltung des Status quo.
Ein zentrales Experiment, das sie durchführten, umfasste verschiedene Szenarien, in denen Teilnehmer zwischen mehreren Optionen wählen sollten. Dabei wurde beobachtet, dass die Teilnehmer oft die Option wählten, die den gegenwärtigen Zustand aufrechterhielt, selbst wenn andere Optionen objektiv vorteilhafter waren. Diese Präferenz für den Status quo zeigte sich in verschiedenen Situationen, von der Auswahl von Gesundheitsplänen bis hin zu Investitionsentscheidungen.
Der Status Quo Bias beeinflusst eine Vielzahl von Entscheidungen im Alltag und in der Wirtschaft. Er trägt dazu bei, dass Menschen oft zögern, Veränderungen vorzunehmen, selbst wenn dies zu ihrem eigenen Vorteil wäre. Die Forschung von Samuelson und Zeckhauser hat ein tieferes Verständnis dafür geliefert, wie dieser Bias unsere Entscheidungen beeinflusst, und hat wichtige Implikationen für Bereiche wie Marketing, Politikgestaltung und persönliche Finanzplanung.