70/20/10 Methode von Google

Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Was ist es?

Ressourcenallokationsmodell, das Google (v. a. unter Eric Schmidt/Larry Page, ca. ab Mitte der 2000er) für seine Innovationsstrategie nutzte. Aufteilung der Arbeitszeit bzw. Investitionen:

  • 70 % – Kerngeschäft (bestehende Produkte, z. B. Suche, Werbung)

  • 20 % – angrenzende Innovation (Weiterentwicklung/Erweiterung bestehender Produkte, z. B. Gmail, Google News entstanden teils daraus)

  • 10 % – völlig neue, experimentelle Wetten ("Moonshots", z. B. frühe Google-X-Projekte)

Wird sowohl auf Mitarbeiterzeit als auch auf Portfolio-/Budgetplanung angewendet.

Zielgruppe

  • Unternehmen mit etabliertem Kerngeschäft, die systematisch Innovationspipeline neben dem Tagesgeschäft aufbauen wollen

  • Größere Organisationen mit mehreren Geschäftsfeldern/Produktlinien, die Ressourcen bewusst über Zeithorizonte verteilen wollen

  • Führungsteams, die Innovationsportfolio-Denken (Kerngeschäft vs. Wachstum vs. Zukunftswetten) strukturieren wollen

  • Weniger geeignet für: kleine Unternehmen/Startups ohne stabiles Kerngeschäft, Firmen mit sehr engen Margen ohne Investitionsspielraum, Organisationen ohne Portfoliomanagement-Reife

Vorteile

  • Klare, leicht kommunizierbare Struktur – gut für Budget- und Ressourcengespräche im Management

  • Verhindert zwei typische Fehler: (a) nur ins Kerngeschäft zu investieren und Innovation zu verpassen, (b) zu viel in Moonshots zu stecken und das Kerngeschäft zu vernachlässigen

  • Schafft Legitimität für Experimente – Mitarbeiter/Teams müssen sich nicht rechtfertigen, wenn ein anerkannter Anteil für Neues vorgesehen ist

  • Übertragbar auf verschiedene Ebenen: individuelle Arbeitszeit, Team-Roadmap, Konzern-Investitionsportfolio

Nachteile / Risiken

  • In der Praxis selten exakt eingehalten – auch bei Google selbst wurde das Verhältnis nie strikt durchgesetzt und mit der Zeit informell aufgeweicht (ähnliches Schicksal wie die "20%-Zeit")

  • Prozentzahlen sind willkürlich – kein empirischer Beleg, dass genau 70/20/10 optimal ist; muss auf Branche/Reifegrad angepasst werden

  • Schwierige Grenzziehung zwischen den Kategorien (was zählt als "angrenzend" vs. "Moonshot"?)

  • Reine Zeit-/Budgetquote ohne Prozesse zur Bewertung, Priorisierung und Skalierung von 20%/10%-Projekten bleibt wirkungslos

  • Bei Kostendruck wird die 10 %-Kategorie meist zuerst gekürzt – Methode ist konjunkturanfällig

  • Kann zu Silodenken führen, wenn die drei Kategorien organisatorisch getrennt statt vernetzt gemanagt werden

Alternativen / verwandte Modelle

Ansatz

Ausrichtung

Drei Horizonte-Modell (McKinsey)

Ähnliches Prinzip, aber ohne feste Prozentzahlen, mit Zeithorizonten (H1: heute, H2: 2–3 Jahre, H3: 5+ Jahre)

3M 15%-Programm

Reine Zeitfreigabe für Mitarbeiter, kein Portfolio-/Budgetmodell

Ambidextrie-Modell ("beidhändige Organisation")

Trennung von Exploitation (Optimierung) und Exploration (Innovation) in eigene Organisationseinheiten

Innovationsfonds / Venture-Building

Kapitalbasiert statt zeit-/quotenbasiert

OKRs mit dediziertem Innovationsziel

Zielbasiert statt ressourcenquotenbasiert

Sonstiges wichtig für die Entscheidung

  • Funktioniert am besten mit einem klaren Bewertungsprozess, wie 20%/10%-Projekte in Ressourcen für die nächste Stufe (z. B. eigenes Team, Budget) überführt werden – sonst versanden Ideen

  • Sollte regelmäßig (z. B. jährlich) überprüft werden, ob die Aufteilung noch zur Unternehmenslage passt (in Krisenzeiten ggf. temporär anpassen statt ganz zu streichen)

  • Kommunikation nach innen entscheidend: Mitarbeiter müssen wissen, dass 20%/10%-Anteile "erlaubt" und nicht nur Lippenbekenntnis sind – sonst bleibt es Theorie

  • Eignet sich gut als Ausgangspunkt für Diskussion, weniger als starre Vorgabe – viele Unternehmen nutzen es eher als Denkrahmen denn als exakte Kennzahl

Fazit für Entscheider:

Nützlich als strategischer Rahmen, um Innovationsressourcen bewusst zu staffeln und im Management-Board zu verankern. Der Erfolg hängt weniger an der exakten Prozentzahl als an der Konsequenz der Umsetzung und an begleitenden Prozessen zur Skalierung vielversprechender 20%/10%-Projekte.